Am 1. Mai beginnt die Weidesaison und am 01.Oktober endet sie wieder. Dies ist irgendwie ein ungeschriebenes Gesetz und viele Stallbesitzer halten sich daran. Meist macht es auch Sinn, da die Pferdewiesen doch in der Weidezeit stark beansprucht werden und sie auch Zeit zur Erholung benötigen. Wenn eine Weide zu exzessiv genutzt wird, wachsen dort bald nur noch Pflanzen, die die Pferde nicht gerne fressen. Außerdem sterben die meisten Parasiten/Würmer nach ca. 3 Monaten, wenn sie nicht über das Gras in den Pferdebauch gelangen. Das ist ein natürlicher Schutz gegen Würmer. Allerdings sollte man deshalb nicht auf die passende Wurmkur verzichten. Der Tierarzt weiß, welche Wurmkur man wann geben sollte. 4x im Jahr ist sinnvoll.
Ich wechsle deshalb gerne jedes Jahr den Standort der Weide. Ich zäune dann nur mit Steckpfählen und Litze ein. Umschichtig wird dann beweidet oder halt Heu oder Silage gemacht. Da ich z.Z. noch genug Land habe ist dies für mich nicht allzu schwer umzusetzen.
Pferde sind Steppentiere und waren es gewohnt 16 Stunden am Tag zu fressen. Allerdings Steppengras und in den 16 Stunden legten sie viele viele Kilometer von den Weidegründen zu den Wasserlöchern zurück, so dass sie viel mehr Bewegung hatten, als unsere Pferde heute.
Mangelnde Bewegung und viel Gras bedeuten Rehe- und Kolik-Gefahr, da das Gras heute nicht ausgedörrte eiweißarme Stängel sind, sondern saftiges energiereiches Powerfutter. Wenn man seine Pferde nach ein paar Stunden von dem grünen Klee-Gras-Gemisch holt, kann es schon mal sein, dass sie so überfressen sind, wie wir nach einem “All you can eat”-Dinner bei dem nur unsere Lieblingsgerichte aufgetragen werden. Dann kommt es zu Bauchweh und Völlegefühl und schlimmstenfalls zur Kolik. Ist zu viel Fruktan im Gras kann dies zu einer Hufrehe führen. Dies ist, grob erklärt, eine Entzündung der Huflederhaut, bei der sich das Hufbein so durch den Huf senken kann, dass das Pferd nicht mehr laufen kann und sehr starke Schmerzen hat. Manchmal hilft ein Beschlag und manchmal muss man die Pferde leider von ihrem Leid erlösen.
Meine Pferde stehen ganzjährig auf einem Auslauf mit Unterstand (im Winter verbringen sie die Nächte im Stall). Im Frühjahr weide ich sie langsam an, was bedeutet, dass sie die ersten Tage vor dem Weidegang Heu bekommen und dann höchstens 30 Minuten auf die Wiese dürfen. Manchmal ist das schon recht schwierig, weil sie sich nach so kurzer Zeit nicht einfangen lassen wollen. Aber so haben sie (und ich) dann ein wenig zusätzliche Bewegung und wenn sie wissen, sie bekommen nach dem Weidegang ein Leckerchen, sind sie auch meist ganz kooperativ. Die kurze Anweidephase verhindert Koliken, da der Pferdemagen doch sehr empfindlich ist. An neues Futter sollte man sie immer langsam gewöhnen. Mittlerweile sind wir bei 6 Stunden Weidegang. Mehr wird es aber auch nicht werden, da meine eine Stute sehr schnell zulegt und so schon recht kräftig ist.





























